Tag 2 der Junioren-Gala in Mannheim
  26.06.2023 •     WLV , Top-News WLV , Wettkampf , Jugend , BLV , BLV-Wettkampf , BW-Leichtathletik , Top-Events , Top-News BW-Leichtathletik , Wettkampfsport , Leistungssport


Einige Überraschungen und Fingerzeige Richtung U20-EM in Jerusalem brachte der zweite Tag der Junioren-Gala in Mannheim mit sich. Darunter auch hervorragende Leistungen unserer Athlet:innen aus Baden-Württemberg.

Nach dem Weitsprung am Sonntag strahlte Samira Attermeyer mit der Sonne um die Wette. Denn die Dortmunderin hatte im vierten Versuch der Junioren-Gala in Mannheim ihre Bestmarke pulverisiert und sich mit 6,55 Metern an die Spitze der europäischen Rangliste ihrer Altersklasse katapultiert. Damit löste sie die Bulgarin Plamena Mitkova (6,54 m) und die serbische EM-Dritte im Hochsprung Angelina Topic ab. Ihr Hausrekord stand zuvor bei 6,29 Metern.

In Mannheim verwies sie die seit dem ersten Versuch führende Irin Elizabeth Ndudi (6,44 m) auf Rang zwei. Als Dritte meldete sich Laura Raquel Müller zurück. Die U20-EM-Vierte von 2021 setzte im vierten Durchgang bei 6,31 Metern ihre Marke in den Sand. Die Athletin der Unterländer LG hatte das zurückliegende Jahr verletzungsbedingt verpasst und arbeitet sich nun wieder in die deutsche Spitze vor.

Fünfmal übertreten und ein windunterstützter Satz auf 7,56 Meter: Auf diese Art und Weise entschied Sebastian Berntsen aus Norwegen den Weitsprung für sich. Zweiter wurde mit vier Sprüngen deutlich über sieben Meter und einem Bestwert von 7,44 Metern Noah Fischer (TV Herbolzheim). Zur U20-EM-Norm fehlte in diesem Wettkampf ein Zentimeter – zu seinem Glück hat Noah Fischer den Richtwert jedoch bereits erbracht. Im Zentimterkrimi sprang Valentin Brenner (LC Top Team Thüringen; 7,43 m) auf Rang drei.

Lia Flotow überwältigt

Nach dem 100-Meter-Hürden-Finale hallte ein lauter Schrei durch das Michael-Hoffmann-Stadion – und der kam aus dem Mund von Lia Flotow. Die Rostockerin hatte sich soeben in starken 13,12 Sekunden bei etwas zu starkem Rückenwind (+2,5 m/sec) den Sieg gesichert. Schneller war in diesem Jahr noch keine andere europäische Hürdensprinterin, und auch mit ihrer regulären Bestzeit aus dem Vorlauf (13,32 sec) liegt Lia Flotow nun auf Platz fünf in der kontinentalen Rangliste. 

„Ich war so überwältigt!“, berichtete sie anschließend. „Die Zeit habe ich erst gar nicht wahrgenommen, ich habe nur gesehen, dass ich vorne war.“ Nun freut sich die 18-Jährige auf ihr „Heimspiel“ bei der Jugend-DM in Rostock, wo sie ihren U20-EM-Start endgültig unter Dach und Fach bringen möchte. Die „Vielstarterin“ des Wochenendes Rosina Schneider (TV Sulz), am Samstag bereits über 100 Meter und mit der Staffel im Einsatz, landete mit 13,18 Sekunden auf dem zweiten Platz, die Top Drei komplettierte die U18-Europameisterin aus Großbritannien Mia McIntosh (13,33 sec). 

Die schnellste Zeit über 110 Meter Hürden stand bereits nach dem Vorlauf in den Ergebnislisten. Enzo Diessl aus Österreich, mit 13,11 Sekunden Weltjahresbester, untermauerte seine starke Form in 13,28 Sekunden eindrucksvoll. Im Finale setzte er sich in 13,42 Sekunden knapp gegen den Franzosen Theo Pedre (13,43 sec) durch. Als Vierter überzeugte auch der Ulmer Bruno Betz, der die U20-EM-Norm in 13,79 Sekunden bestätigen konnte.

Entscheidung auf der Ziellinie

Am längsten im Stabhochsprung-Wettbewerb verblieb der Schweizer Justin Fournier. Er schraubte sich als Einziger über 5,15 Meter. Mit jeweils 5,10 Meter belegten Marti Serra aus der Schweiz und der Dortmunder Hendrik Hohmann, der eine neue Bestleistung bejubelte, die Plätze zwei und drei. Hendrik Hohmann empfahl sich als Normerfüller und bester Deutscher damit nachdrücklich für einen Start in Jerusalem. Auch der fünftplatzierte Joshua Stallbaum (TSV Schmiden) knackte mit 5,05 Metern die U20-EM-Norm. 

Über 800 Meter nahm zunächst der Paderborner Robert Rutz die Beine in die Hand und führte das Feld auf der ersten Runde an. Dann jedoch arbeiteten sich die Favoriten nach vorne: Elija Ziem (SC Neubrandenburg) und Malik Skupin-Alfa (LG Offenburg), beide im vergangenen Jahr bei der U20-WM am Start, lösten sich vom Feld und fochten auf der Zielgeraden den Laufsieg aus. Mit 1:51,12 Minuten lag der Neubrandenburger am Ende einen Wimpernschlag vor dem Offenburger (1:51,23 min). Die schnellste Zeit des Tages hatte bereits im ersten Lauf der Australier Mitchel Langborne (1:50,26 min) gezeigt.

Staffelrennen als Mannschafts-Highlight

Besonders bejubelt wurden in Mannheim die Staffel-Rennen. Wie am Vortag standen noch einmal 4x100-Meter-Rennen auf dem Programm. In 39,99 Sekunden feierte ein Schweizer Quartett einen neuen Landesrekord, die europäische Jahresbestzeit gab's obendrauf. Dahinter reihte sich Großbritannien (40,06 sec) vor Deutschland (40,67 sec) ein. Bei den Frauen konnten die Britinnen (43,97 sec) sich diesmal vor der Schweizer Auswahl (44,71 sec) und einem deutschen Quartett (45,77 sec) durchsetzen, die Führung in der Jahresbestenliste gehört aber noch dem deutschen Team, das am Vortag drei Hundertstel schneller gesprintet war.

Die Junioren-Gala beschlossen die 4x400-Meter-Läufe, die noch zwei Meetingrekorde und je einen deutschen und britischen Sieg brachten: In der männlichen U20 hatte Großbritannien in 3:07,69 Minuten die Nase vorn vor Deutschland (3:11,25 min).

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» Hier geht es zum Gesamtartikel von Svenja Sapper auf leichtathletik.de